Kaarster Unternehmer erhalten wieder verstärkt Post aus Düsseldorf. Amtlich
aufgemacht, aber auf Abzocke aus: Die Firma GWE GmbH wird nicht müde,
Fragebogen zu verschicken, die den Eindruck erwecken, dass eine Behörde
einen Datenabgleich wünscht – offensichtlich ein lukratives Geschäft.
Ergänzt oder korrigiert man die Daten, unterschreibt und schickt den Bogen
zurück, hat man einen Zweijahresvertrag über die Veröffentlichung in einem
nutzlosen Internet-Portal abgeschlossen. Dies fällt dem Unternehmer aber in
der Regel erst auf, wenn die Rechnung ins Büro flattert: Um satte 569,06
Euro pro Jahr – also 1.138,12 Euro möchte die GEW GmbH das Bankkonto des
Unternehmers erleichtern – und der Vertrag verlängert sich jährlich, wenn er
nicht gekündigt wird.


„Unseriös“, so die deutliche Formulierung des Kaarster Rechtsanwalts
Thorsten Schmitter (Foto). Wer sich gegen die Forderung wehrt, erhält von GWE in
der Regel einen Brief mit einem ‚Vergleichsangebot‘ und einem Hinweis auf
ein angeblich zu Gunsten der GWE erstrittenes Urteil. Schmitter hat das von
GWE zitierte Urteil beim Landgericht München angefordert. Dort ist die GWE
bekannt, da sie immer wieder eine Entscheidung zitiert, die nicht die GEW
betrifft und auch nicht in einem gleichgelagerten Fall ergangen ist. „Der im
hiesigen Verfahren zugrunde liegende Fall betrifft nicht die GWE und ist mit
der Eintragung in einem Portal in keiner Weise vergleichbar“, so der
Vorsitzende Richter am Landgericht München, Weickert.

Rechtsanwalt Thorsten Schmitter rät allen Unternehmern, alle Anfragen nach
Unternehmensdaten sorgsam zu prüfen und im Zweifel lieber dem Altpapier
zuzuführen.

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