Seit dem 1. Juli gelten neue, strengere Regelungen bei der
Kfz-Hauptuntersuchung. So gibt es die TÜV-Plakette unter anderem erst nach
bestandener Testfahrt. Die Gebühr von 53,50 Euro bleibt gleich. Im Einzelnen
ändert sich bei der HU:

    • Alle elektronischen Sicherheitssysteme werden überprüft. Dazu führt der
      Prüfer neuerdings auch eine Probefahrt durch, um sicherzustellen, dass
      die Assistenzsysteme funktionieren. Dabei reicht bereits eine
      Geschwindigkeit von 8 km/h.
    • Größere Anforderungen an die Bremsen: Nach EU-Richtlinien müssen nun 58
      Prozent Abbremsung (statt bisher 50 Prozent) erreicht werden.
    • Statt Rückdatierung auf das ursprüngliche Fälligkeitsdatum wird die
      Plakette jetzt auf den tatsächlichen TÜV-Termin datiert; bei mehr als
      zwei Monaten Verspätung fallen Extra-Gebühren für eine sogenannte
      Ergönzungsprüfung an. Dazu zählen etwa die Kontrolle des Siedepunkts der
      Bremsflüssigkeit oder eine genauere Begutachtung des Unterbodens. Der
      Zuschlag liegt bei 20 Prozent über den normalen Tarif.
    • Die Berichte fallen detailierter, aber vereinfachter aus, dass es über
      festgestellte Mängel bei allen Prüforganisationen keine Zweifel mehr
      gibt.

    Pauschal für alle Fahrzeuge gilt die Neuordnung beim TÜV-Termin und den
    Zusatzgebühren bzw. Bußgeldern wegen zu später Hauptuntersuchung. Bei
    einer Verspätung von acht Monaten etwa kommen auch zwei Punkt in der
    Verkehrssünderdatei in Flensburg hinzu. Ansonsten gelten die meisten
    Änderungen für Autos, die ab dem 1. Juli 2012 neu zugelassen wurden.
    Ausnahme sind Mietwagen, die im ersten Jahr an eine Privatperson verkauft
    wurden. Weil diese zwar jung, aber stark genutzt sind, müssen sie wieder
    zur Hauptuntersuchtung (HU), und zwar gemäß der Neuregelung.

    Der TÜV versichert, dass durch die zusätzlichen Kontrollen die TÜV-Abnahme
    nicht länger dauert, da die HU-Adapter Zeit einsparen. Es gelte weiterhin
    die Regel, dass ein Kunde gemäß der Terminvereinbarung innerhalb von 15
    Minuten an der Reihe ist.

    Foto: TÜV Nord